Einsatz, Grenzen und Pausen
Was die Verordnung dem Gerät vorschreibt
Fast alles, was das Tempo und die Höhe eines Spiels am Gerät bestimmt, steht nicht im Gewinnplan, sondern in der Spielverordnung. Die Werte sind kurz, nachlesbar und gelten für jedes zugelassene Gerät gleich.
01 Die Werte im Überblick
Die folgenden Vorgaben stehen in der Spielverordnung und gelten für Geldspielgeräte in Spielhalle und Gaststätte. Sie sind keine Empfehlung und keine Selbstverpflichtung der Hersteller, sondern Voraussetzung dafür, dass eine Bauart überhaupt zugelassen wird.
Jede Zeile der Tabelle nennt die Fundstelle mit. Das ist hier kein Zierrat: die Verordnung ist mehrfach geändert worden, und die meisten falschen Zahlen im Umlauf sind Werte aus einer älteren Fassung.
| Vorgabe | Wert | Fundstelle |
|---|---|---|
| Höchsteinsatz je Spiel | 0,20 € | § 13 Nr. 2 |
| Höchstgewinn je Spiel | 2 € | § 13 Nr. 2 |
| Mindestdauer je Spiel | 5 Sekunden | § 13 Nr. 2 |
| Verlustgrenze je Stunde | 60 € | § 13 Nr. 4 |
| Gewinngrenze je Stunde | 400 € | § 13 Nr. 5 |
| Spielpause nach einer Stunde | 5 Minuten | § 13 Nr. 6 |
| Ruhezustand nach drei Stunden | 5 Minuten | § 13 Nr. 6a |
| Speicher bei Geldannahme | 10 € | § 13 Nr. 7 |
| Kasseninhalt langfristig | 20 € je Stunde | § 12 Abs. 2 |
| Dargestellte Gewinnaussichten | höchstens 300 € | § 12 Abs. 2 |
02 Was die Grenzen zusammen bedeuten
Einzeln gelesen sind die Werte unauffällig. Zusammen ergeben sie den Rahmen, in dem ein Gerät überhaupt arbeiten kann. Aus der Mindestdauer von fünf Sekunden folgen höchstens 720 Spiele in der Stunde; mit dem Höchsteinsatz von 0,20 Euro sind das höchstens 144 Euro Umsatz je Stunde.
Die Verlustgrenze schneidet in diesen Rahmen hinein: mehr als 60 Euro Verlust darf im Verlauf einer Stunde nicht entstehen, wobei Verlust als Einsätze abzüglich Gewinne definiert ist. Die Gewinngrenze wirkt in die andere Richtung und liegt bei 400 Euro je Stunde.
Die Grenzen sind damit nicht symmetrisch, und das ist beabsichtigt: nach oben ist mehr Raum als nach unten. Für die Bewertung eines Abends ist die untere Grenze die wichtigere, weil sie die Größe beschreibt, die man tatsächlich verlieren kann.
03 Was die Werte in der Praxis begrenzen
Die Grenzen wirken an drei verschiedenen Stellen, und es hilft, sie auseinanderzuhalten. Der Höchsteinsatz begrenzt das einzelne Spiel, die Mindestdauer begrenzt die Zahl der Spiele, und die Stundengrenzen begrenzen das Ergebnis über den Zeitraum.
Diese Staffelung ist der Grund, warum am Gerät kein beliebig schneller Verlust möglich ist. Wer den Höchsteinsatz durchgehend spielt, setzt in der Stunde höchstens 144 Euro um; verlieren kann er davon nach der Verordnung höchstens 60 Euro. Die Differenz ist kein Gewinn, sondern der Umstand, dass Einsätze zum Teil als Gewinne zurücklaufen.
Wichtig ist die Definition des Verlusts: Einsätze abzüglich Gewinne. Gerechnet wird also nicht, was eingeworfen wurde, sondern der Saldo im Verlauf der Stunde. Wer das übersieht, hält die Grenze für strenger, als sie ist.
04 Die Pausen
Nach einer Stunde Spielbetrieb legt das Gerät eine Spielpause von mindestens fünf Minuten ein. In dieser Zeit nimmt es keine Einsätze an und gewährt keine Gewinne, die Pause ist also keine Anzeige, die man wegdrücken kann, sondern ein Zustand des Geräts.
Nach drei Stunden Spielbetrieb folgt eine weitere Pause, in der das Gerät für mindestens fünf Minuten in den Ruhezustand versetzt wird. Der Unterschied zur ersten Pause liegt in der Tiefe: der Ruhezustand setzt den laufenden Betrieb zurück, statt ihn nur anzuhalten.
Der Zweck ist in beiden Fällen derselbe und er ist kein technischer: eine Unterbrechung schafft einen Moment, in dem eine Entscheidung möglich ist. Wer sie nutzt, hat die Vorgabe verstanden; wer auf das Ende der Pause wartet, hat eine Pause abgesessen.
05 Der Speicher und die zehn Euro
Eine weniger bekannte Vorgabe betrifft die Speicher. Die Speicherung von Geldbeträgen in Einsatz- und Gewinnspeichern ist bei Geldannahme vom Spieler in der Summe auf 10 Euro begrenzt. Ein Gerät darf also nicht beliebig viel Geld annehmen und als Guthaben vorhalten.
Praktisch ist das die Grenze zwischen einem Spielgerät und einer Kasse. Wo nur zehn Euro vorgehalten werden dürfen, wird jeder weitere Betrag ein eigener Vorgang, und jeder Vorgang ist ein Moment, in dem man aufhören kann.
Wie ein Betrag innerhalb des Geräts weiterwandert: übernehmen, riskieren, auszahlen, ist im Kapitel zum Punktespeicher beschrieben. Die Grenze aus der Verordnung betrifft die Annahme von Geld, nicht die Höhe eines erspielten Betrags.
06 Warum die falschen Zahlen so hartnäckig sind
Zu kaum einem Thema stehen so viele veraltete Werte im Netz. Der Grund ist die Geschichte der Verordnung: sie ist mehrfach novelliert worden, und jede Fassung hat eigene Zahlen hinterlassen, die weiter zitiert werden.
Dazu kommt die Verwechslung mit dem Regelwerk für Automatenspiele im Internet. Beide kennen eine Mindestdauer von fünf Sekunden, und deshalb werden auch die übrigen Werte munter vermischt, obwohl der Höchsteinsatz dort ein Euro je Spiel ist und nicht zwanzig Cent.
Die Prüfung ist in beiden Fällen dieselbe und sie ist einfach: eine Zahl ohne Fundstelle ist ein Gerücht. Die Werte auf dieser Seite stehen mit Paragraf und Nummer, und wer sie nachschlägt, findet den Wortlaut in wenigen Sekunden.
07 Die Grenzen gelten dem Gerät, nicht dem Abend
Alle Werte dieser Seite sind Vorgaben an ein Gerät. Sie begrenzen, was ein einzelnes Gerät in einer Stunde tun kann, und genau dort endet ihre Wirkung.
Wer an mehreren Geräten hintereinander spielt, hat die Grenzen nicht überschritten und trotzdem umgangen: jedes Gerät zählt für sich. Dieselbe Lücke betrifft die Pausen, denn auch eine Zwangspause gilt dem Gerät und nicht der Person.
Das ist keine Kritik an der Verordnung, sondern eine Feststellung darüber, was eine technische Vorgabe leisten kann. Eine Grenze, die an einem Gerät hängt, kann nur an diesem Gerät wirken.
08 Einordnung
Einsatz, Grenzen und Pausen gehört zu den 6 Seiten dieses Kapitels über Technik und Zulassung des Geräts. Der Überblick steht im Kapitel Spielautomaten; die Mechaniken, die auf dem Gerät selbst ablaufen, sind dort einzeln verlinkt.
09 Weiterlesen
- Grenze hinter der Quote. Die Auszahlungsquote
- Wege eines Betrags. Punktespeicher
- Wer das prüft. Die Bauartzulassung
10 Häufige Fragen
Wie viel darf ein Spiel am Geldspielgerät kosten?
Höchstens 0,20 Euro, und ein Spiel muss mindestens fünf Sekunden dauern (§ 13 Nr. 2 SpielV). Der Gewinn je Spiel ist auf 2 Euro begrenzt.
Wie viel kann ich in einer Stunde höchstens verlieren?
60 Euro. Die Summe der Verluste, also Einsätze abzüglich Gewinne, darf im Verlauf einer Stunde diesen Betrag nicht übersteigen (§ 13 Nr. 4 SpielV).
Kann ich die Zwangspause überspringen?
Nein. Das Gerät nimmt in der Pause keine Einsätze an und gewährt keine Gewinne; nach drei Stunden geht es zusätzlich für mindestens fünf Minuten in den Ruhezustand.
Gelten diese Werte auch online?
Nein. Für virtuelle Automatenspiele gilt der Glücksspielstaatsvertrag mit anderen Werten, unter anderem einem Höchsteinsatz von einem Euro je Spiel. Nur die Mindestdauer von fünf Sekunden kennen beide Regelwerke.