Auszahlungsquote
Was eine Quote über einen Abend sagt
Eine Quote ist ein Verhältnis über sehr viele Spiele. Sie beschreibt kein Konto, das sich füllt, und keine Schuld, die ein Gerät abträgt, und deshalb sagt sie über einen einzelnen Abend nichts.
01 Die Grenze hinter der Quote
Am Geldspielgerät steht nicht eine beworbene Quote im Mittelpunkt, sondern eine Grenze aus der Spielverordnung. Eine Bauart wird nur zugelassen, wenn bei langfristiger Betrachtung kein höherer Betrag als 20 Euro je Stunde als Kasseninhalt verbleibt. Das ist die eigentliche Zahl, aus der sich alles Weitere ergibt.
Die Formulierung ist genau zu lesen. Sie regelt, was langfristig im Gerät bleibt, nicht was in einer Stunde bleibt. Sie ist eine Obergrenze, keine Zusage: 20 Euro je Stunde sind erlaubt, nicht garantiert, und ein Gerät darf auch weniger einbehalten.
Aus dieser Grenze und der Mindestspieldauer lässt sich eine Größenordnung bilden, und das ist ein nützlicher Rechenweg, weil beide Zahlen nachlesbar sind. Fünf Sekunden je Spiel ergeben höchstens 720 Spiele in der Stunde; bei 0,20 Euro Höchsteinsatz sind das höchstens 144 Euro Umsatz. Bleiben davon langfristig maximal 20 Euro im Gerät, entspricht das rund 14 Prozent des Umsatzes. Die Auszahlung liegt damit in der Größenordnung von 86 Prozent.
02 Was diese Rechnung nicht ist
Die 86 Prozent sind keine Angabe zu einem Gerät. Sie sind das Ergebnis von zwei Grenzwerten unter der Annahme, dass durchgehend mit dem Höchsteinsatz und im kürzesten Takt gespielt wird. Wer langsamer oder niedriger spielt, hat einen anderen Umsatz und damit ein anderes Verhältnis.
Ebenso wenig folgt daraus, dass ein bestimmtes Gerät 86 Prozent auszahlt. Die Verordnung setzt eine Obergrenze für den Kasseninhalt; wo ein einzelnes Gerät innerhalb dieser Grenze liegt, steht in seinem Gewinnplan und ist dort ohne die Häufigkeiten der Kombinationen nicht auszurechnen.
Der Wert der Rechnung liegt woanders: sie zeigt, in welcher Größenordnung man sich bewegt, und sie kommt ohne eine einzige Angabe aus, die man glauben müsste. Beide Eingangszahlen stehen in der Verordnung.
| Größe | Wert | Herkunft |
|---|---|---|
| Mindestdauer je Spiel | 5 Sekunden | § 13 Nr. 2 |
| Spiele je Stunde | 720 | 3.600 Sekunden geteilt durch 5 |
| Höchsteinsatz je Spiel | 0,20 € | § 13 Nr. 2 |
| Umsatz je Stunde | 144 € | 720 mal 0,20 € |
| Kasseninhalt langfristig | max. 20 €/h | § 12 Abs. 2 |
| Anteil am Umsatz | rund 14 % | 20 € von 144 € |
03 Langfristig heißt nicht heute
Der entscheidende Punkt an jeder Quote ist das Wort langfristig. Ein Verhältnis über sehr viele Spiele beschreibt, wogegen die Summe strebt, wenn die Zahl der Spiele wächst. Über einen Abend sagt es nichts, weil ein Abend im Verhältnis dazu eine winzige Stichprobe ist.
Der Unterschied ist keine Feinheit. Wer 720 Spiele spielt, hat eine Stunde hinter sich; die Aussage über die Quote bezieht sich auf ein Vielfaches davon. In einer einzelnen Stunde ist praktisch jeder Ausgang möglich, einschließlich eines deutlichen Plus, und daran wird jede Quote gemessen, an der Summe über viele solcher Stunden.
Deshalb ist die häufigste Verwendung einer Quote auch die falsche: als Vorhersage für die nächste Sitzung. Eine Quote ist eine Eigenschaft des Geräts, nicht ein Versprechen an den Abend.
04 Streuung ist der Normalfall
Wenn eine Quote nichts über einen Abend sagt, bleibt die Frage, was denn über einen Abend gilt. Die Antwort heißt Streuung: Ergebnisse verteilen sich um die Erwartung, und diese Verteilung ist bei kleiner Zahl von Spielen breit.
Anschaulich wird das an einer einfachen Überlegung. Ein Gerät, das häufig kleine Beträge auszahlt, liefert Abende, die nahe beieinanderliegen; eines, das selten größere Beträge auszahlt, liefert überwiegend schwache Abende und gelegentlich einen deutlich guten. Beide können dieselbe langfristige Quote haben.
Genau deshalb ist die Erfahrung eines Abends kein Argument über ein Gerät, und zwar in beide Richtungen. Ein guter Abend belegt keine hohe Quote, ein schlechter keine niedrige. Was ein Abend belegt, ist ein Ausgang aus einer Verteilung, deren Form man ihm nicht ansieht.
05 Kein Konto, keine Schuld
Aus der Vorstellung, ein Gerät müsse eine Quote einhalten, folgt der zweite Irrtum: dass es nach einer schlechten Phase etwas nachzuholen habe. Das setzt voraus, dass Ausgänge mitgezählt und verrechnet werden – das geschieht nicht. Zustände wie Speicher und Serie führt ein Gerät sehr wohl mit, aber ihre Auslöser stehen im Gewinnplan und nicht im bisherigen Verlauf; die Reichweite dieser Unterscheidung steht beim Zufallsgenerator.
Die Quote wird nicht erreicht, weil das Gerät nachsteuert, sondern weil sich Abweichungen mit steigender Zahl der Spiele relativ zum Umsatz verkleinern. Das ist ein Effekt der Größe, nicht der Regelung. Ein Gerät, das seine Ausgänge nach dem bisherigen Ergebnis nachsteuert, hätte keine zufälligen Gewinnaussichten und wäre nicht zulassungsfähig.
In der Praxis ist die zweite Grenze deshalb spürbarer als jede Quote: die Summe der Verluste darf im Verlauf einer Stunde 60 Euro nicht übersteigen. Diese Zahl beschreibt, was tatsächlich passieren kann, und nicht, was im Mittel passiert.
06 Warum Quotenvergleiche selten tragen
Zwei Quotenangaben sind nur vergleichbar, wenn sie dasselbe messen: denselben Zeitraum, dieselbe Einsatzhöhe, denselben Umfang an Spielen. Fehlt eine dieser Angaben, vergleicht man Zahlen, die zufällig gleich aussehen.
Dazu kommt die Verwechslung der Regelwerke. Für virtuelle Automatenspiele im Netz gelten andere Vorgaben als für das Gerät in der Spielhalle; die Werte dieser Seite gehören zum Gerät und sind auf das Netz nicht übertragbar. Die Einordnung der beiden Regelwerke steht im Bereich zum Online-Casino.
Bleibt die Frage, was man mit einer Quote überhaupt anfangen kann. Die brauchbare Antwort ist unspektakulär: sie beschreibt die Richtung, in die die Summe über viele Spiele läuft. Sie beschreibt nicht die nächste Runde, nicht diesen Abend und nicht dieses Gerät gegenüber dem daneben.
07 Die brauchbare Frage
Wer ein Gerät einschätzen will, kommt mit der Frage nach der Quote nicht weit, weil sie ohne die Häufigkeiten der Kombinationen nicht zu beantworten ist. Weiter kommt man mit zwei Fragen, die sich am Gerät selbst klären lassen.
Die erste: wo liegen die Obergrenzen? Sie stehen im Gewinnplan und entscheiden darüber, ob eine Verdopplung im Risikospiel vollständig ausgezahlt wird. Die zweite: welche Sonderzustände gibt es und wie werden sie ausgelöst? Dort entsteht der Teil der Summe, der sich über mehrere Spiele aufbaut.
Beides sind Angaben, keine Beobachtungen, und darin liegt ihr Wert. Sie sind vor dem ersten Einsatz nachlesbar, während eine Quote erst nach sehr vielen Spielen sichtbar würde.
08 Einordnung
Auszahlungsquote gehört zu den 6 Seiten dieses Kapitels über Technik und Zulassung des Geräts. Der Überblick steht im Kapitel Spielautomaten; die Mechaniken, die auf dem Gerät selbst ablaufen, sind dort einzeln verlinkt.
09 Weiterlesen
- Grenzen im Einzelnen. Einsatz, Grenzen und Pausen
- Warum nichts nachgeholt wird. Der Zufallsgenerator
- Das andere Regelwerk. Online Casino Deutschland
10 Häufige Fragen
Wie hoch ist die Auszahlungsquote am Geldspielgerät?
Die Verordnung regelt keine Quote, sondern den Kasseninhalt: langfristig dürfen höchstens 20 Euro je Stunde im Gerät verbleiben. Zusammen mit Höchsteinsatz und Mindestspieldauer ergibt das eine Größenordnung von rund 86 Prozent Auszahlung bei durchgehendem Höchsteinsatz, eine Rechnung aus zwei Grenzwerten, keine Angabe zu einem bestimmten Gerät.
Heißt eine Quote von 86 Prozent, dass ich von 100 Euro 86 zurückbekomme?
Nein. Der Wert beschreibt das Verhältnis über sehr viele Spiele. Für eine einzelne Sitzung ist praktisch jeder Ausgang möglich, in beide Richtungen.
Holt ein Gerät eine schlechte Phase wieder auf?
Nein, es gibt kein Konto und keine Nachsteuerung. Die Quote stellt sich über die Zahl der Spiele ein, nicht durch eine Korrektur des Geräts.
Gelten diese Werte auch für Automatenspiele im Internet?
Nein. Das Gerät in der Spielhalle folgt der Spielverordnung, virtuelle Automatenspiele dem Glücksspielstaatsvertrag. Die Zahlen sind nicht übertragbar, obwohl beide Regelwerke eine Mindestdauer von fünf Sekunden kennen.