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Spiele im Casino

Welche Gattungen die Erlaubnis kennt

Die Frage, welche Spiele es gibt, ist in Deutschland eine Frage der Zuständigkeit. Zwei Gattungen sind bundesweit erlaubnisfähig, eine dritte gehört den Ländern, und das erklärt die Lücken im Angebot besser als jede Anbieterliste.

Gattungen bundesweit
2
Tischspiele
Länder
Einsatz je Spiel
1 €
Jackpots
keine
Nahaufnahme durch verkratztes Glas auf drei mechanische Walzenkörper eines alten Automaten, mitten in der Drehung angehalten; die bedruckten Flächen sind unscharf und nicht lesbar, am Rand eine Messingfeder.
Die Walzenanordnung überlebte den Übergang auf den Bildschirm, der Punktespeicher nicht. Was eine Seite als moderne Spielidee zeigt, ist meist ein Bauteil, das einmal aus Blech war.

01 Zwei Gattungen, nicht eine Kategorie

Bundesweit erlaubnisfähig sind virtuelle Automatenspiele und Online-Poker. Beides sind eigenständige Gattungen mit eigenen Vorgaben, und die Erlaubnis für die eine schließt die andere nicht ein.

Virtuelle Automatenspiele sind das, was umgangssprachlich Slots heißt: ein Spiel mit Symbolen auf Walzen oder in einem Raster, dessen Ergebnis je Runde ermittelt wird. Die Gattung ist eng gefasst, und die Vorgaben greifen tief in die Gestaltung ein.

Sportwetten laufen über ein eigenes Verfahren und sind kein Casinospiel, tauchen aber in denselben Suchen auf. Sie bleiben hier außer Betracht.

Was die Vorgaben am Spiel verändern
  • Einsatz je Spielhöchstens 1 €
  • Spiele je Minutehöchstens 12
  • Automatikstartentfällt
  • Jackpotentfällt
  • Tischspielenicht bundesweit erlaubnisfähig
Drei der fünf Zeilen sind Nullen. Ein erlaubtes deutsches Angebot ist deshalb nicht eine gedrosselte Fassung des internationalen, sondern ein anderer Zuschnitt.

02 Was die Vorgaben am Spiel verändern

Ein Euro Höchsteinsatz je Spiel und mindestens fünf Sekunden zwischen zwei Spielen setzen eine Obergrenze für das Tempo: höchstens zwölf Spiele in der Minute, und jedes einzeln ausgelöst, weil der Automatikstart untersagt ist.

Das Verbot von Jackpots wiegt gestalterisch am schwersten. Ein aufwachsender Topf ist international das zentrale Werbeversprechen; fällt er weg, muss ein Spiel seine Spannung aus dem gewöhnlichen Gewinnplan holen. Deshalb wirken erlaubte deutsche Fassungen bekannter Titel flacher als die gleichnamigen Spiele auf unregulierten Seiten.

Dazu kommt die Steuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz, die vor jeder Gewinnermittlung greift und die Auszahlungsquoten drückt. Zusammengenommen ist der Unterschied zum internationalen Angebot kein Qualitätsunterschied, sondern die Summe von vier Vorgaben und einer Abgabe.

03 Welche Mechaniken übrig bleiben

Innerhalb dieser Grenzen bleiben die Mechaniken erhalten, die aus dem Geldspielgerät stammen. Freispiele werden über Scatter-Symbole ausgelöst und laufen ohne neuen Einsatz, häufig mit veränderten Walzen. Das Risikospiel in seinen beiden Formen, Leiter und Karte, kommt ebenfalls vor.

Eine Mechanik fehlt systematisch: der Punktespeicher. Er gehört zum Gerät in der Spielhalle und hat im virtuellen Automatenspiel keine Entsprechung. Auch das Serienspiel, das ein Gerät nach bestimmten Ereignissen freigibt, setzt diesen Speicher voraus.

Wer die Mechanik der Geräte kennt, findet im Netz also einen Teil davon wieder und einen Teil nicht. Die fünf Mechaniken sind hier einzeln beschrieben, jeweils mit der Rechnung dahinter.

Bemerkenswert ist, welche Richtung die Übernahme hatte. Nicht das Automatenspiel im Netz hat die Mechanik erfunden und das Gerät sie nachgebaut, sondern umgekehrt: Risikoleiter, Kartenrisiko und der Aufbau in Serien stammen aus dem Gehäuse und sind älter als jeder Bildschirm in einer Spielhalle. Was auf einer Seite wie eine moderne Spielidee wirkt, ist meist ein Bauteil, das einmal aus Blech war.

Mechaniken in beiden Regelwerken
MechanikGerät in der SpielhalleVirtuelles Automatenspiel
Risikoleiterjaja
Kartenrisikojaja
Freispieleseltenja
Punktespeicherjanein
Serienspieljanein

04 Poker ist ein eigener Fall

Online-Poker ist bundesweit erlaubnisfähig, folgt aber nicht den Vorgaben für Automatenspiele. Der Höchsteinsatz von einem Euro je Spiel und die Mindestdauer von fünf Sekunden gehören zur anderen Gattung.

Der Grund für die Sonderstellung liegt in der Struktur des Spiels: gespielt wird gegen andere Teilnehmer, nicht gegen den Anbieter, der einen Anteil am Pot einbehält. Damit sind Tempo und Einsatz nicht in derselben Weise regelbar wie bei einem Spiel, dessen Ergebnis der Anbieter selbst ermittelt.

Das monatliche Einzahlungslimit gilt gattungsübergreifend. Es teilt sich also auf Automatenspiel und Poker auf, nicht je Gattung neu.

05 Warum Tischspiele fehlen

Roulette, Blackjack und Baccarat gehören nicht zur bundesweiten Erlaubnis. Sie bleiben Sache der einzelnen Länder, die sie nur in engen Grenzen und teils allein für ihre eigene Spielbank zulassen.

Für den Suchenden ist das die wichtigste Lücke, weil sie sich nicht durch die Wahl eines anderen Anbieters schließen lässt. Ein Anbieter mit Erlaubnis für Automatenspiele darf Tischspiele nicht führen, gleich wie groß er ist.

Wie sich das an einem konkreten Spiel auswirkt, steht auf der Seite zum Live-Roulette, samt der Rechnung, die den Hausvorteil dieses Spiels ausmacht und die unabhängig von jeder Rechtslage gilt.

06 Was Takt und Deckel auf eine Stunde hochgerechnet bedeuten

Die beiden Vorgaben lassen sich zu einer Obergrenze zusammenrechnen, und das ist die nützlichste Zahl dieser Seite. Fünf Sekunden Mindestdauer ergeben höchstens zwölf Spiele in der Minute, also siebenhundertzwanzig in der Stunde. Bei einem Euro Höchsteinsatz sind das höchstens siebenhundertzwanzig Euro Umsatz je Stunde.

Diese Grenze ist theoretisch, weil niemand eine Stunde lang im Fünf-Sekunden-Takt auslöst, der Automatikstart ist ja untersagt, jedes Spiel wird einzeln angestoßen. Sie ist aber die Zahl, mit der sich jede Werbeaussage über Gewinnhöhen einordnen lässt: mehr als diesen Umsatz kann in einer Stunde nicht bewegt werden.

Interessant wird sie im Vergleich mit der Steuer. Auf den Einsatz fallen 5,3 Prozent an, bei siebenhundertzwanzig Euro Umsatz also rund achtunddreißig Euro, und zwar unabhängig davon, ob der Spieler gewinnt oder verliert. Das ist der Betrag, der die Auszahlungsquote deutscher Angebote unter die unregulierter Seiten drückt, und er ist keine Entscheidung des Anbieters.

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08 Häufige Fragen

Welche Spielarten sind in Deutschland bundesweit erlaubnisfähig?

Virtuelle Automatenspiele und Online-Poker. Tischspiele wie Roulette und Blackjack gehören nicht dazu, sie bleiben Sache der Länder.

Wie viele Spiele sind pro Minute möglich?

Höchstens zwölf, weil zwischen zwei Spielen mindestens fünf Sekunden liegen müssen. Jedes Spiel wird einzeln ausgelöst, ein Automatikstart ist untersagt.

Warum wirken deutsche Fassungen bekannter Spiele flacher?

Weil Jackpots nicht zulässig sind, der Einsatz je Spiel bei einem Euro liegt und eine Steuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz anfällt. Das Spiel muss ohne den aufwachsenden Topf auskommen.

Gilt der Euro-Deckel auch für Poker?

Nein, das ist eine Vorgabe für virtuelle Automatenspiele. Das monatliche Einzahlungslimit gilt dagegen gattungsübergreifend und teilt sich auf beide auf.