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Mechanik 03

Serienspiel

Eine feste Folge

Ein Serienspiel ist eine festgelegte Folge von Spielen mit erhöhter Gewinnwahrscheinlichkeit. Es fühlt sich wie eine Reaktion des Geräts an und ist doch reine Gerätesache.

Länge
fest
Steuerung
Plan
Erste Etappe
1950er
Zugangsalter
18+
Makroaufnahme eines Messing-Schrittschaltwerks im Inneren eines alten Geräts: eine gezahnte Scheibe, davor eine federbelastete Sperrklinke zwischen zwei Zähnen, dahinter eine Spule.
Sperrklinke und Zählwerk sind die ganze Serie: nach einem bestimmten Ereignis wird ein anderer Ablauf für eine feste Anzahl von Spielen freigegeben. Keine Erfindung der Elektronik.

01 Was eine Serie ist

Während eines Serienspiels laufen mehrere Spiele mit einer höheren Gewinnwahrscheinlichkeit als im Normalbetrieb. Wie viele Spiele die Serie umfasst und unter welchen Bedingungen sie beginnt, steht im Gewinnplan des Geräts.

Der Ablauf ist damit vollständig festgelegt, bevor der erste Einsatz fällt. Eine Serie ist keine Reaktion auf Einsatzhöhe, Spieldauer oder Verhalten. Sie ist ein Bestandteil des Plans, der bei jedem Exemplar derselben Bauart identisch arbeitet.

Für die Praxis folgt daraus eine einfache Regel: was eine Serie ist, steht im Plan, und wann sie läuft, zeigt sich erst im Verlauf. Beides zusammen ergibt keine Vorhersage.

Normalbetrieb und SerieSERIENSPIELNORMALBETRIEB
Die Serie ist eine abgegrenzte Phase innerhalb desselben Gewinnplans, nicht eine Ausnahme davon.

02 Warum sie wie ein Gedächtnis wirkt

Weil eine Serie über mehrere Spiele hinweg läuft, entsteht der Eindruck, das Gerät erinnere sich. Tatsächlich hält der Punktespeicher Zustände über einzelne Spiele hinaus. Sichtbar ist davon jedoch nur, was die Anzeige zeigt.

Daraus folgt der häufigste Fehlschluss am Gerät: aus dem beobachteten Verhalten auf den inneren Zustand zu schließen. Von außen ist er nicht ablesbar, und zwei Geräte im gleichen Zustand können sich im Einzelspiel völlig unterschiedlich verhalten.

Verstärkt wird der Eindruck dadurch, dass die Freigabe angekündigt wird. Ein Gerät, das sichtbar macht, dass nun eine Folge läuft, erzeugt eine Erwartung für die gesamte Folge, und weil innerhalb der Folge tatsächlich andere Aussichten gelten, wird diese Erwartung nicht enttäuscht. Der Fehlschluss liegt nicht in der Folge, sondern in der Übertragung auf die Zeit davor und danach.

03 Herkunft der Mechanik

Das Serienspiel entstand in der Phase der mechanischen Walzengeräte und blieb, als die Technik längst elektronisch war. Es ist damit die älteste der hier beschriebenen Mechaniken und die einzige, die es bei virtuellen Automatenspielen in dieser Form nicht gibt.

Dort übernehmen Freispielrunden eine ähnliche Rolle: eine abgegrenzte Phase mit veränderten Regeln. Der Unterschied liegt im Auslöser – Scatter-Symbole statt Gewinnplan-Bedingung.

04 Was eine Serie im Verlauf bedeutet

Eine erhöhte Gewinnwahrscheinlichkeit heißt nicht, dass jedes Spiel der Serie gewinnt. Sie heißt, dass der Anteil gewinnender Spiele in dieser Phase höher liegt als im Normalbetrieb. Eine Serie kann daher enttäuschend verlaufen, ohne dass am Gerät etwas anders ist als beschrieben.

Umgekehrt gilt: eine Häufung von Gewinnen im Normalbetrieb ist keine Serie. Beide Fehlschlüsse haben dieselbe Ursache, aus einem beobachteten Muster wird auf einen inneren Zustand geschlossen, der nicht sichtbar ist.

Für die Rechnung über eine längere Sitzung ändert eine Serie weniger, als sie im Erleben ausmacht. Sie verschiebt die Verteilung der Ergebnisse, mehr Gewinne in Bündeln statt gleichmäßig verteilt, und nicht die Summe über die gesamte Zeit. Das ist derselbe Unterschied, der auf dieser Seite an Einsatzfolgen beim Roulette beschrieben ist.

05 Abgrenzung zu Freispielen

Die verwandte Mechanik der virtuellen Automatenspiele sind Freispiele. Beide Male gibt es eine abgegrenzte Phase mit veränderten Regeln, und beide Male ist die Phase im Spiel festgelegt und nicht verhandelbar.

Der Unterschied liegt im Auslöser und in der Sichtbarkeit. Freispiele beginnen mit einem Symbolereignis, das auf dem Bildschirm zu sehen ist, und ihre Anzahl wird angezeigt. Ein Serienspiel beginnt nach einer Bedingung des Gewinnplans, und wie lange es läuft, ist von außen nicht ablesbar. Details stehen unter Freispiele.

Praktisch unterscheiden sich beide an einer Frage: wird für die einzelnen Spiele der Folge ein Einsatz fällig. Bei Freispielen nicht, bei einer Serie in der Regel doch, die Serie verändert die Aussichten, nicht die Kosten. Wer beides verwechselt, hält eine Serie für kostenlos und rechnet die Sitzung falsch.

06 Serie und Gewinnplan im Zusammenspiel

Der Gewinnplan beschreibt beides: den Normalbetrieb und die Serie. Beide Zustände gehören zum selben Plan, und der Übergang zwischen ihnen ist Teil der Beschreibung, nicht ein Ereignis außerhalb davon.

Daraus folgt ein praktischer Punkt, der oft übersehen wird: eine Serie ist keine Ausnahme vom Plan, sondern eine seiner Phasen. Wer den Plan liest, hat die Serie schon gelesen. Die Frage, ob jetzt eine Serie beginnt, ist dieselbe wie die Frage nach dem inneren Zustand des Geräts, und die ist von außen nicht beantwortbar.

Der Vollständigkeit halber: mehrere Geräte derselben Bauart teilen den Plan, nicht den Zustand. Zwei Geräte nebeneinander können sich in derselben Minute völlig unterschiedlich verhalten, ohne dass eines von beiden von der Beschreibung abweicht.

Zustände und was von außen sichtbar ist
ZustandSichtbarIm Gewinnplan beschrieben
NormalbetriebSpielverlaufja
SerienspielSpielverlaufja
PunktestandAnzeigeja
Interner Zustandneinnein

07 Häufige Irrtümer

Rund um Serienspiele halten sich drei Annahmen besonders zäh, weil sie sich im Nachhinein immer bestätigen lassen.

Der hartnäckigste Irrtum ist, dass sich der Beginn einer Serie vorhersehen lässt, wenn man ein Gerät nur lange genug beobachtet. Die Freigabe hängt an Ereignissen im Gerät, die von außen nicht ablesbar sind. Beobachten liefert eine Vorgeschichte, keine Ansage.

  • Ein Gerät ist heißgelaufen und schüttet jetzt aus. Der innere Zustand ist von außen nicht ablesbar. Eine Häufung von Gewinnen ist eine Beobachtung, keine Prognose.
  • Wer länger spielt, löst eine Serie aus. Der Auslöser steht im Gewinnplan und ist keine Reaktion auf Spieldauer oder Einsatzhöhe.
  • In der Serie gewinnt jedes Spiel. Erhöht ist die Wahrscheinlichkeit, nicht die Gewissheit. Eine Serie kann auch schwach verlaufen.

08 Einordnung

Serienspiel ist eine von 5 Mechaniken, die praktisch jedes Gerät tragen. Der Überblick steht im Kapitel Spielautomaten; die Rechnung hinter dem Risikospiel, auf die mehrere dieser Seiten verweisen, steht unter Risikoleiter.

09 Häufige Fragen

Kann man erkennen, wann eine Serie beginnt?

Nein. Der Auslöser steht im Gewinnplan, der Zustand des Geräts ist von außen nicht ablesbar.

Wie lange läuft ein Serienspiel?

Das ist gerätespezifisch und im Gewinnplan festgelegt, nicht im Spielverlauf.

Gibt es Serienspiele auch online?

In dieser Form nicht. Bei virtuellen Automatenspielen übernehmen Freispielrunden eine vergleichbare Rolle, ausgelöst über Scatter-Symbole.

Beeinflusst die Einsatzhöhe die Serie?

Nur soweit der Gewinnplan das vorsieht. Eine Serie ist keine Reaktion auf das Verhalten des Spielers.